Die Grundsteinlegung für die "Gartenstadt" Elmschenhagen-Nord erfolgte am 4. April 1939. [1] Zu diesem Zeitpunkt wird es auch schon das Barackenlager Elmschenhagen-Nord gegeben haben, um darin die benötigten Bauhandwerker unterzubringen. Bei ihnen handelte es sich zunächst um dienstverpflichtete Deutsche, dann kamen Staatsangehörige der ehemaligen Tschechoslowakei hinzu, und schließlich ging man dazu über, zivile Arbeitskräfte aus den von deutschen Truppen besetzten Gebieten zu deportieren und zwangsweise im "Alt-Reich" einzusetzen.
Den Standort für das Lager hatte man außerhalb des eigentlichen Siedlungsgebietes gewählt: nördlich des Tiroler Rings, östlich der Straße Am Schulwald und südlich der (verlängerten) Straße Wüstenfelde.
[Privatarchiv Wilbert Voß]
"Hier sehen Sie unsere Küche, in der immer dasselbe gekocht wird!" ![]()
Diese Postkarte wurde am 21. Juni 1939 von einem im Gemeinschaftslager Elmschenhagen-Nord wohnenden Bauarbeiter (mit Vornamen Franz) an seine Familie in Böhmen verschickt. Seine Begeisterung für den (offensichtlich staatlich verordneten) Arbeitseinsatz scheint sich in Grenzen zu halten. [2] (Privatarchiv Wilbert Voß)
Der von Franz formulierte Text lässt darauf schließen, dass es sich bei dem Postkartenmotiv um die Wirtschaftsbaracke im Lager Elmschenhagen-Nord handelt.
Das Barackenlager Elmschenhagen-Nord 1944 und 1945 ![]()
[Privatarchiv Wilbert Voß] 1944 (links) sind noch deutlich 11 große Holzbaracken zu sehen (7 in der Bildmitte und 4 am oberen Rand). Von den vielen Holzbaracken ist 1945 (rechts) nichts mehr übrig geblieben. Das Lager war deshalb auch nicht mehr als Flüchtlingslager zu gebrauchen.
Home © Uwe Fentsahm (Brügge) und Wilbert Voß (Schwentinental), September 2026.
[1] Christa Geckeler und Festschrift; Das Richtfest für die Siedlung Elmschenhagen-Nord wurde bereits am 7. Dezember 1939 gefeiert (Buß, S.15).[2] Das sogenannte "Protektorat Böhmen und Mähren" war am 15. März 1939 vom Deutschen Reich (völkerrechtswidrig) errichtet worden; es diente u.a. als Arbeitskräftereservoir für die vielen Bauvorhaben und Rüstungsprojekte der Nationalsozialisten.